Hüsser Gmür + Partner AG, 29. April 2026
Vom Pflichtprogramm zum Führungsinstrument
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist in den Aargauer Gemeinden kein neues Thema. Bereits seit 2014 ist der Gemeinderat gemäss Gemeindegesetz für die Regelung der internen Kontrolle verantwortlich. Bereits drei Jahre zuvor durften wir auf Initiative der Konferenz der kantonalen Aufsichtsstellen über die Gemeindefinanzen eine IKS-Praxishilfe zu dieser Thematik erarbeiten. Trotzdem blieb das IKS in vielen Gemeinden lange ein Randthema – oft verbunden mit Unsicherheiten, begrenzten Ressourcen und fehlenden klaren Vorgaben.
Heute zeigt sich deutlich: Ein gut funktionierendes IKS ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern ein zentrales Instrument für eine sichere, effiziente und zukunftsfähige Gemeindeführung.
Während die Zuständigkeit des Gemeinderats klar geregelt war, fehlten lange konkrete Mindestanforderungen. Dies führte dazu, dass jede Gemeinde ihren eigenen Weg suchte – mit sehr unterschiedlichem Reifegrad.
Gerade kleinere und mittlere Gemeinden standen vor typischen Herausforderungen:
Das IKS wurde dadurch häufig als zusätzliche Belastung wahrgenommen – nicht als Unterstützung.
Einen spürbaren Schub erhielt das Thema durch die Corona-Pandemie. Eine breit angelegte Studie der Universität Bern zeigt, dass Gemeinden den Nutzen von IKS und Risikomanagement nach der Pandemie deutlich höher einschätzen als zuvor.
392 Gemeinden aus der ganzen Schweiz nahmen an der Erhebung teil. Der Vergleich mit 2019 macht deutlich:
Trotz dieser Erkenntnisse zeigen die Studien auch Schwächen auf:
Viele Gemeinden nutzten ihr IKS vorwiegend reaktiv, also zur Schadensvermeidung und zur Einhaltung von Vorschriften.
Das bedeutete konkret:
Erst mit zunehmendem Risikobewusstsein wuchs die Erkenntnis, dass ein modernes IKS weit mehr leisten kann.
Ein weiteres zentrales Problem war – und ist teilweise noch – die fehlende Dokumentationskultur.
Zwar existierten in vielen Gemeinden funktionierende Kontrollen, diese waren jedoch kaum systematisch dokumentiert. Ohne Dokumentation fehlen:
Mit der Publikation des vollständig überarbeiteten, praxisorientierten IKS Leitfadens hat der Kanton Aargau zusammen mit einer interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe 2025 einen entscheidenden Schritt gemacht.
Ziel ist es, Gemeinden ein pragmatisches und gemeindetaugliches Werkzeug an die Hand zu geben, das sich an der Realität orientiert und nicht überfordert.
Ein zeitgemässes IKS bringt messbaren Mehrwert:
Das interne Kontrollsystem kam im Kanton Aargau lange nur zögerlich voran. Gründe dafür waren fehlende Leitplanken, knappe Ressourcen, komplexe Modelle und eine geringe Nutzenwahrnehmung.
Mit dem kantonalen Leitfaden, der gestiegenen Sensibilität für Risiken und der zunehmenden Digitalisierung sind die Voraussetzungen heute deutlich besser.
Machen Sie IKS zum Führungsinstrument statt zur Pflichtübung!
Die gezielte Verknüpfung von IKS und Risikomanagement schafft Übersicht, unterstützt den Gemeinderat bei fundierten Entscheidungen und macht Risiken frühzeitig sichtbar – bevor sie den Handlungsspielraum einschränken.
Um die Gemeinden bei der Umsetzung des internen Kontrollsystems zu unterstützen, sind wir eine Kooperation mit der Firma ASAGO AG (https://www.asago.ch/) eingegangen. Das Unternehmen bietet speziell für kleinere und mittelgrosse Gemeinden eine datenbankgestützte Lösung an, welche eine pragmatische Umsetzung und einen effizienten Betrieb eines IKS gewährleistet.
In dieser Datenbank sind die wichtigsten Checklisten und Inhalte des neuen Leitfadens bereits als Vorlagen enthalten. Zudem bietet die gleiche Datenbanklösung auch die Möglichkeit, das strategische Risikomanagement auf der Stufe des Gemeinderats zusätzlich unkompliziert umzusetzen. Auch hier besteht bereits eine wertvolle Vorlage in Form eines Risikokataloges, welches mit verschiedenen Gemeinden und gemeinsam mit der Hochschule Luzern erarbeitet wurde.
Was sind die Vorteile der ASAGO-Datenbank?

Gerne geben wir Ihnen weitere Auskünfte.
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